7. März 2010
Immer wieder erhalte ich Anfragen, welches Rähmchenmaß nun eigenlich das richtige ist. Diese Frage muss anders gestellt werden und so lauten: “Welches Rähmchenmaß passt zu mir?” In unserer Imkerei imkern wir mit Zander.
Die Entscheidung beruht auf dem St.-Florians-Prinzip. Als ich vor 11 Jahren mit dem Imkern begann, hörte ich viel von geklauten Bienenvölkern. Da hier in der Region Normalmaß am weitetsten verbreitet ist, entschied ich mich bewusst für ein anderes Maß. Ich dachte mir nämlich: Wenn Langfinger kommen und entdecken, dass ich nicht Normalmaß nutze, klauen sie lieber die Völker eines Normalmaß-Kollegen.
Auf Zander kam ich aus Heimweh. Stuttgart, die Heimat des Zandermaßes, ist mir von Kindesbeinen an vertraut. So passt das Zander-Maß zu mir wie kein anderes.
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28. Februar 2010
Noch ist die Zeit, Kollegenbetriebe zu besichtigen und zu schauen, was diese an guten Ideen haben. Eine Imkerei bei Ingolstadt hat Waldhonig im Programm und tolle Fotos von Bienen bei der Waldhonigtracht gemacht. Die sind das Ergebnis eines Tricks: Ein Zweiglein wurde in Honigwasser getaucht und gewartet, bis sich eine Biene zum Ablecken hinsetzt. Dann wurde ausgelöst.
Bei einem anderen Imker sehe ich eine niedliche, kleine Honigtrocknungsmaschine. Die funktioniert wie das große Exemplar von der Messe in Donaueschingen. In die Wanne passen 40 kg. Das Gerät wird in einen zum Wärmeschrank umgebauten Kühlschrank gestellt. In diesen ist eine bei 35 °C geregelte Heizung und ein Luftentfeuchter eingebaut. Die Metallscheiben drehen sich sehr langsam und durch die trockene Luft im Wärmeschrank wird der Honig ohne jeden Wärmeschaden um 1 bis 1,5 % pro Tag trockener. Das Maschinchen wird nicht mehr hergestellt, funktioniere aber ganz toll.
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26. Februar 2010
Noch immer ist die Temperatur erträglich. So ist ein Blick unter die Deckel möglich. Die Bienen sind dieses Jahr nicht so gut durch den Winter gekommen. Rund 20 % der Völker leben nicht mehr. Diese räumen wir ab. Dabei wird auch deutlich, warum sie eingegangen sind: in einem Fall Buckelbrut, in allen anderen Futterabriss. In einem Volk haben wir eine ganz ungewöhnliche Erscheinung: Eine Winterkugel mit einer Hülle aus abgestorbenen Bienen. Drinnen lebt es aber noch.
Offensichtlich kamen meine Völker mit der sehr kalten Witterung nicht gut zurecht. Sie machen einen geschwächten Eindruck.
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25. Februar 2010
Bei strahlendem Sonnenschein fliegen unsere Bienen heute zwischen 11 und 14 Uhr zum Reinigungsflug aus. Dabei bekleckern Sie wieder Leinwände, die dann an Freunde der modernden Kunst verkauft werden sollen. So wird aus dem Reinigungsflug ein Kunstflug.
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25. Februar 2010
Ich bin kein Freund von Formularen. Doch heute habe ich mir ein Herz gefasst und mich dem Thema Agrardieselvergütung zugewandt. Denn, so schreibt das zuständige Ministerium: “Betriebe der Land- und Forstwirtschaft und Imkereibetriebe können auf Antrag von der Energiesteuer auf Gasöl entlastet werden. Die Steuerentlastung wird pro Kalenderjahr für voll versteuert bezogenen Dieselkraftstoff (Gasöl) gezahlt. Der Entlastungssatz für Gasöl beträgt 214,80 Euro je 1.000 Liter. “
Die Steuerrückerstattung gibt es für Imkereien allerdings nur für Sprit, der für die Produktion aufgewandt wurde. Also nicht für Vertriebskosten. Der Begeisterung folgt daher schon bald die Ernüchterung. Überschlägig bekommen wir 9,60 € zurückerstattet. Sprich: Die Mühe, alle Tankquittungen aus unserer Buchhaltung herauszusuchen, Fomulare auszufüllen und Bescheinigungen über unsere Bienenhaltung beizubringen, lohnt sich nicht. So bin ich noch mal ums Ausfüllen von Formularen herumgekommen.
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24. Februar 2010
Inzwischen ist eine Antwort da zum Thema EU-Bio-Siegel und die lautet wie folgt: “Es gibt von Seiten der EU noch keine Reproduktionsanweisungen (genaue Farben, Größe etc.) zu dem neuen Logo. Dazu muss von den Mitgliedstaaten zuerst noch eine Durchführungsbestimmung abgestimmt und verabschiedet werden. Nähere Informationen wird es voraussichtlich nach Veröffentlichung dieser Verordnung ab Mitte März 2010 geben.”
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23. Februar 2010
Seit 2 Wochen ist raus, wie das neue EU-Biosiegel aussehen soll. Aber die mindestens ebenso wichtigen Fragen bleiben unbeantwortet: Wo gibt’s die Druckvorlage?, Welcher HKS-Ton?, Welche Schrift für den Herkunftshinweis? Wie soll der überhaupt bei deutscher Ware aussehen? Mindestgrößen? Dazu habe ich auf den Seiten weder der EU noch des hiesigen Verbraucherministeriums irgendwelche Hinweise gefunden.
Also habe ich heute an Frau Aigners Minsterium geschrieben, sie möchten mir doch mal bitte Näheres mitteilen.
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20. Februar 2010
Nicht Marmelade, Schokocreme, Erdnussbutter und auch nicht Streichkäse hat den Goldenen Bären gewonnen – sondern “Honig”.
So heißt der Film des türkischen Regisseurs Semih Kaplanoglu, der heute in Berlin den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen hat. Er beschreibt die Kindheit eines Imkerkindes. Es gibt darin viele Bienen zu sehen und zu hören. Unbedingt anschauen!
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18. Februar 2010
Ein Berliner Imkerfreund hat mir dieses Foto aus Schöneiche geschickt. Schöneiche grenzt direkt an Berlin (-Friedrichshagen). Das ist Brandenburg. Dort sind die Landimker zuhause, über die hier in Berlin diverse Auffassungen kursieren, die ich jetzt nicht noch mal wiederholen möchte.
Aber das braucht hier auch gar nicht gemacht zu werden, weil dieses Bild schlimm genug ist. Hier zählt nur der Preis. Das ist schon daran zu erkennen, dass die Preisinformation ganz oben steht – noch vor der Information, dass es hier Honig aus eigener Imkerei gibt. Ein treffendes Bild für den nächsten Vortrag zum Thema Honigmarketing. Danke Andreas!

Natur egal, Qualität egal, Gesundheitswert egal, Aufmachung egal, Sortenvielfalt egal. Nur der Preis ist es nicht.
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16. Februar 2010
Heute wollen wir uns einmal mit dem Thema Imker und Fasnet (= Karneval) beschäftigen. Darüber gibt’s meines Wissens noch keine Abhandlungen. Es wird also höchste Zeit, dass hier mal eine erscheint. Imker verkleiden sich bekanntlich gerne. Daher heißt in unserer Imkerei der Schutzanzug auch einfach nur “Häs”. Und jeder hier weiß, dass während der 1. bis 4. Saison nur die Imkerbluse mit Schleier gemeint sein kann. Das Häs für die 5. Saison hängt dann in der Turmhaube unseres Imkerheimes.
In diesen Tagen wird es aber hervorgeholt und dann geht’s ab nach Cottbus zum “Zug der fröhlichen Leute”. Da ziehen dann kräftige John Deere- und Fendt-Vario-Schlepper (dass es nur so eine Freude ist) prächtige Wagen durch die närrische Lausitz-Metropole. Es ist der größte Umzug in der Region und Bienen gibt’s da auch zu sehen.
In der Landesvertretungen BaWü haben wir einmal bei einem Narrenempfang eine Imkerkollegin getroffen, die bei der Narrengesellschaft Landeier Karow aktiv ist. Indes sind Imker, die außer in ihrem Imkerverein noch in einer anderen Zunft Mitglied sind, wahrscheinlich eine Einzelerscheinung. Sich von Frühjahr bis Herbst zu verkleiden, reicht ja auch.

Bienen, die auf dem Anhänger durch die Lausitz reisen: Das gibt schon vor der ersten Tracht des Jahres beim "Zug der fröhlichen Leute" in Cottbus.
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12. Februar 2010
Bei der Olympiade in Vancouver fliegen nicht nur Skispringer. Auch auf dem Dach des Pressezentrum fliegts. Genauer: 4 Bienenvölker sind auf dem 3 ha großen Dach des Kongresszentrums zuhause. Gerade haben sie ihren Reinigungsflug hinter sich. Mehr
Aber das ist noch nicht alles. Mit der Biathletin Martina Beck ist zudem eine Imkerin in Vancouver für uns am Start. Natürlich hat sie ihren eigenen Honig mit im Reisegepäck. Der eigene Honig ist immer der beste. Wir Imker, egal ob aus Mittenwald oder Berlin, wissen das. Mehr
Kategorie Honig | 0 Kommentare »
10. Februar 2010
Sie wollen einen Saal voller Imkerinnen und Imker in schallendes Gelächter ausbrechen lassen? Dann schreiben Sie politisch korrekt und gendergerecht folgendes Wort an die Tafel: ArbeiterInnen.
Kategorie Verein&Verband | 0 Kommentare »
8. Februar 2010
Die EU-Öko-Richtlinie gibt die Richtung vor (deshalb heißt sie so). Wie sie aber ausgestaltet wird, können die Betreffenden selbst entscheiden. Und das machen Demeter, Gäa und Bioland ganz unterschiedlich. Bei der jährlichen Loheland-Tagung der Bioland-Imker kommen die Punkte dann zur Sprache und werden von den anwesenden Bioland-Mitgliedern entschieden. Die Grundhaltung heuer war, möglichst wenig zu ändern, um die Marke Bioland nicht zu schädigen. Das heißt konkret:
- Keine Wanderungen und keine Bienenstände ins fernere EU-Ausland. Bioland-Honig kommt auch in Zukunft nur aus Deutschland.
- Keine generelle Freigabe von Thymol zur Varroa-Bekämpfung.
- Keine neuartigen Wabenhonig-Systeme wie Bee-o-pack oder Ross round.
- Keine OSB-Platten für den Beutenbau.
Im geselligen Teil standen ein fröhliches Refraktometer-Eichen und die Verkostung von mitgebrachten Honigsorten, -likören und -essigen auf dem Programm. Das muss neidlos anerkannt werden: Wir Bioland-Imker machen wirklich Feinkost vom Feinsten.

Akazienhonige mit 16 und mit 16,8% Wassergehalt standen bereit. An ihnen konnte jeder Bioland-Imker die Genauigkeit des eigenen Refraktometers überprüfen.

Einfach delikat: Honigessige und -weine aus der Imkerei Pausch.
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5. Februar 2010
Wie kann Honig authentisch präsentiert werden? Am besten mit einem authentischen Schaustück! Zusammen mit einem Restaurantbetreiber, der meinen Honig ansprechender anbieten möchte, habe ich die Idee entwickelt, eine alte Normbeute aufzuarbeiten. Weil die Kiste recht lang ist, habe ich sie hinten kräftig gekürzt und mit einer neuen Rückwand versehen.
Die Beute wird auf eine Glasplatte gestellt. Das obere Flugbrett wurde vom Glaser meines Vertrauens mit einer Platte so vergrößert, dass Honiggläser darauf Platz finden. So wird die Optik nicht zerstört.
Um’s hier mal klarzustellen: Wir imkern nicht in diesen Beuten. Weil uns das zu umständlich ist und weil wir als Bio-Betrieb angemalte Kisten nicht benützen dürfen und wollen.

Ein Hingucker ist diese bunte Normbeute, die zum Display umgebaut wurde. Hier steht sie versandbereit im Laderaum unseres Imker-Autos.

Nicht nur der Blogschreiber sondern auch dieses Display hat eine große Klappe.
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4. Februar 2010
Heute haben wir einem potenziellen Großkunden abgesagt. Ursprünglich wollte er 4 x jährlich 100 Gläser von 5 verschiedenen Sorten. Darüber ließ sich ja noch verhandeln. Gestern wollte er dann plötzlich die doppelte Menge und – jetzt kommt’s – auch noch Rabatt! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Da kommt jemand und will uns und unseren langjährigen Kunden den Honig wegnehmen und meint wir würden ihm – wohl aus Dankbarkeit- auch noch etwas schenken. Das geht gar nicht!
Vor einigen Jahren wollte mal jemand 15 to Honig in Gläsern für den Export. Da haben wir auch abgewinkt. Wir wissen, wo unsere Grenzen liegen. Da reicht ein Blick ins Honiglager.
Kategorie Kunden | 0 Kommentare »