4. August 2010
Das Diebstahlverfahren hat die Polizei ohne Ergebnis eingestellt. Die Versicherung hat inzwischen bezahlt. Allerdings wurde nur die Hälfte des entstandenen Schadens beglichen, weil nur nach Durchschnittswerten bezahlt wird. Dass da teuerer Biolandhonig und -bienen geklaut wurden, spielt keine Rolle. Wir hätten eine Zusatzversicherung abschließen können, hatten wir aber nicht.
Immerhin reicht das Geld von der Versicherung, unseren Zaun zu ertüchtigen. Jetzt ist es nicht mehr so einfach, das Tor einfach auszuhebeln. Außerdem wurde es erhöht und eine Zackenleiste oben angeschweißt. Das wirkt aber mehr psychologisch. Moderne Überwachungtechnik ermöglicht uns, unseren Bienenstand im Auge zu behalten, selbst wenn wir gar nicht zugegen sind. Es gibt da ganz schicke Sachen, die Autodiebe im Hof von Autohäusern und Buntmedalldiebe in Schlossereien im Bild festhalten. Die Technik ist indes auch für Imker sehr nützlich und kann sogar stromunabhängig an Wanderständen in Wald und Flur eingesetzt werden.

Der verbesserte Eingangsbereich zu unserem Bienenstand hat nicht gerade Fort-Knox-Standard, ist aber besser als vorher.
Kategorie Standort Berlin | 0 Kommentare »
29. Juli 2010
Wespen sind ungeliebt aber nützlich. Sie tragen zur Bestäubung von Kultur- und Nutzplanzen bei. Sie fressen Fliegen, Blattläuse und kleineres Ungeziefer. Daher ist es ein echter Verlust, wenn Wespenvölker getötet werden. Da uns als Imker auch die Verwandtschaft unserer Bienen am Herzen liegt, bieten wir die Beseitigung von Wespennestern an. Als Bio-Imker stehen wir auf dem Standpunkt: Wespen umsiedeln – nicht töten. Damit ist allen gedient:
- Die Wespen können weiter ihrer nützlichen Arbeit nachgehen aber
- sie belästigen dabei niemanden mehr.
Mit einer speziellen Einrichtung saugen wir die Wespen in den Umsiedlungskarton. Die Schläche sind innen glatt, damit die nützlichen Tierchen nicht verletzt werden. Sind alle herumfliegenden Wespen im Karton, wird das Nest vorsichtig abgetrennt, in den Karton geklebt und mit Zeitungspapier zusätzlich fixiert. Dann kommt das Wespennest in ein umfriedetes Waldgrundstück, wo sie weiterleben können.

Hier haben sich Wespen unter einem Weg aus Holzfliesen eingenistet. Leider können sie dort nicht bleiben. Mit unserer Saugvorrichtung sammeln wir die nützlichen Insekten ein.

Völlig ohne Beschädigung lässt sich der Wespenstaat umsiedeln.
Kategorie Wespen entfernen | 1 Kommentar »
23. Juli 2010
Eine Kundin verrät mir heute, wie sie Honig am liebsten ist: mit einer Unterlage aus Brot und Leberwurst. Dass Schwangere Ölsardinen mit Honig essen, hatte ich schon gehört, doch Leberwurst mit Honig? Ich erfahre noch, dass das in Norddeutschland gerne gegessen werde.
Kategorie Kunden | 1 Kommentar »
20. Juli 2010
Einer meiner Imkerschüler hat bei einem Imker im Berliner Umland zwei Bienenvölker gekauft, sich auch ganz vorschriftsmäßig ein Gesundheitszeugnis geben lassen und an seinen Amtsveterinär in Tegel geschickt. Der hat es ihm zurückgegeben mit dem Hinweis, dass er das nicht anerkenne. Er möge sich doch bitte ein richtiges besorgen.
Mit der Frage, was denn ein “richtiges Gesundheitszeugnis” sei, kam er zu mir und zeigte, was er von dem Imker erhalten hatte. Es ist eine von einem “Bienenseuchensachverständigen” ausgestellte Bescheinigung des “Verbands der Kleingärnter, Siedler und Kleintierzüchter”, kurz VKSK. Diese DDR-Massenorganisation hat sich 1990 aufgelöst und ist so tot wie z. B. die Gemeinschaft “Kraft durch Freude”. Nur bei Imkern im näheren Berliner Umland scheint sie noch so aktiv zu sein, dass sie sogar Gesundheitsbescheinigungen ausstellen kann.

Die Zone lebt! Ein "echtes" DDR-Gesundheitszeugnis aus dem Sommer 2010.
Kategorie Standort Berlin, Verein&Verband | 0 Kommentare »
13. Juli 2010
Wir haben keine Stockwaage, doch ein Kollege versorgt uns mit Daten von 2 Waagen und die besagen, dass seit Beginn der Linde die Völker 25 bzw. 27 kg zugelegt haben. In den letzten Tagen waren es nur noch 0,4 und 0,6 kg. Also kann abgeerntet werden. Damit haben wir heute begonnen. Bei der Gelegenheit haben wir gleich Kunstschwärme von 1,5 kg gemacht, die sich bei regelmäßiger Fütterung noch ganz prächtig bis zum Winter entwickeln werden.
Kategorie Honig, Zucht | 0 Kommentare »
12. Juli 2010
Nach 5 Kurstagen ist unser diesjähriger Imkerkurs vorbei. Wir hatten fast 30 Imkerschüler. Sie verteilten sich auf die Termine sonntags 10.30 Uhr, 13.30 Uhr und am Montags um 18.00 Uhr. Der Montagskurs war immer am entspannesten und etwas gemütlicher – so auch die Bienen, die heute von ihrem Flugbrett aus interessiert zu uns rüberschauten.
Für uns war das das 3. Jahr, in dem wir einen Kurs für Stadtimker angeboten haben. Dieses Mal mal konnte ich ganz einfach referieren, was ich schon zuvor in meinem neuen Imkerbuch “Bienen halten in der Stadt” geschrieben hatte. Bei den angehenden Imker kam der Kurs sehr gut an, wovon z. B. diese 2 Zuschrift zeugen:
“Noch viel dankbarer bin ich aber Ihren Kurs mitgemacht und die Welt der Bienen und der Imkerei kennen gelernt zu haben. Ich finde Sie haben mir sehr verständlich und unkompliziert die Materie nahe gebracht oder besser gesagt mich dafür begeistern können. Ich war nach jedem Treffen fasziniert.” Cord Bauermeister
“Wir lernen bei Ihnen so viel! Sie machen das wirklich sehr gut und anschaulich.” Stefanie Jöckel und Christoph Schnell
2011 gibt’s den nächsten Kurs. 4 Leute haben sich dafür schon verbindlich angemeldet.
Kategorie Standort Berlin, Verein&Verband | 0 Kommentare »
8. Juli 2010
Dieses Jahr hatten wir deutlich weniger Kindergartengruppen zu Besuch. Dafür informierten sich erstmals angehende Systemgastronomen in unserer Imkerei darüber, wie Honig erzeugt wird. Sie kamen mit dem OPNV vom Kurfürstendamm zu uns nach Köpenick. Dann wanderten wir rund 30 Minuten zu einem unserer Bienenstände durch die Dammheide. Die Gastronomen aus Charlottenburg waren ziemlich erstaunt, dass es bei uns so viel wilde Natur gibt und das noch Berlin ist.
Noch mehr staunten sie angesichts der rund 70 Bienenvölker und Ableger, die ordentlich auf einem unbebauten Grundstück inmitten einer Einfamilienhaussiedlung stehen. Mit einer Honigverkostung endete der sonnen-, wald- und lehrreiche Vormittag für die Azubis.

Die Restaurantkette Marché verwendet nur frische und besonders hochwertige Rohstoffe. Da sind diese angehenden Systemgastronomen bei uns genau richtig.
Kategorie Standort Berlin | 0 Kommentare »
6. Juli 2010
Miele hatte bei uns einen wirklich guten Ruf. Bei Bekannten wusch eine Miele-Waschmaschine aus den 50ern bis in die 80er Jahre treu und brav die Wäsche – über 30 Jahre. Und unsere Privatspülmaschine, Modell Miele de Luxe G 542, spülte 26 Jahre lang das Geschirr. Also war klar, für die Imkerei muss eine Miele-Spülmaschine her. Ich entschied mich für eine Miele G 1290 SC. Besonders gut gefiel mir die Geschirrschublade. Das ist ein flaches Gitter. Darauf könnte ich die Deckel der Honiggläser legen. Die kullern sonst in der Spülmaschine herum.
Der Kauf hat sich schon nach wenigen Tagen als Fehler erwiesen. Ich hatte wohl eine Montagsproduktion erwischt. Die Spülmaschine rann, spülte alle Gläser grau und blieb mit den Fehlermeldung F 52 wahlweise F 16 einfach stehen. Die Deckel kamen klitschnass aus der Maschine und auch die Gläser mussten zum Nachtrocknen nochmals aufgestellt werden.
Der Kundendienst besuchte mich zweimal und bastelte an der G 1290 rum und gab mir einige Tipps: Keine Taps, nur Markenpulver (Calgonit oder Somat) und den dazugehörigen Klarspüler. (Die G 542 war da nicht so sensibel.) Die Trocknung hat er verbessert, doch die Plastedeckel blieben nass und die Gläser grau. Mit den nassen Deckeln müsse ich leben, meinte der Kundendienstler. Das hänge mit der schlechten Wärmeleitfähigkeit des Materials zusammen. (Hat bei der G 542 offenbar keine Rolle gespielt). Hinzu kamen Probleme mit der Türe. Die schloss und manchmal auf nicht. Die G 542 schloss immer.
Nach 6 Jahren hat nun das Elend ein Ende. Die Miele G 1290 ist kaputt. “Miele – immer besser”. Das war mal.
Kategorie Honig | 0 Kommentare »
1. Juli 2010
Unseren Imkerschülern geben wir immer viele Tipps mit auf den Weg. Leider verhindert das nicht, dass sie gelegentlich abgezockt werden. So wie 2 Anfänger, die zu Beginn der Saison, also im April, zwei überwinterte Völker von einem Imker aus Brandenburg kaufen wollten.
Bis gestern wurden sie hingehalten. Der Imker wollte wohl selbst noch Honig ernten. Bekommen haben sie 2 Königinnenableger auf 5 bzw. auf 7 Waben mit einer neuen und einer alten Königinnen vom vergangenen Jahr für – man halte sich fest – 135 € pro Völklein.
Zu solchen Geschäften gehören immer zwei Parteien: eine unverschämte und eine, die sich diese Unverfrorenheit gefallen llässt. Hatte ich meinen Schülern nicht immer eingeschärft, dass sie niemals Preise über 100 €/Volk akzeptieren sollen? Weil es hier genug gute Völker auf dem Markt gibt, die nicht mehr kosten.
Kategorie Verein&Verband | 1 Kommentar »
29. Juni 2010
Gewöhnlich sterben Blogs, weil den Schreibern nichts mehr einfällt, worüber sie schreiben sollen. Wir haben nun eine längere Sendepause gemacht, nicht weil zu wenig passiert ist, sondern zu viel. Es würde zu lange dauern, alles aufzuschreiben, daher hier nur einige Stichpunkte, was sich im letzten Monat ereignet hat.
- Eine Teil unserer Bienenvölker wurden von einem eingezäunten, mit einem Eisentor und 2 Vorhängeschlösser gesicherten Grundstück geklaut. Beuten und Honig – alles weg.
- Ein gewisser Horst K. schmeißt seinen Job hin und so fällt eine schöne Veranstaltung, bei der unser Honig eine Rolle spielen sollte, aus.
- Ein mit Papier beladender LKW rammt unser parkendes Imkerauto und beschädigt es so stark, dass wir seither mit dem PKW unsere Bienenstände besuchen.
- Ein Absturz unseres Rechners macht das Bloggen, Shopverwalten und Rechnungenschreiben für fast 2 Wochen unmöglich.
Doch es gibt auch Positives zu berichten:
- TV Berlin hat eine Reportage über uns gedreht.
- Das Magazin TIP hat über Stadtimkerkei geschrieben und uns viel Platz eingeräumt.
- Die Begattungsergebnisse sind dieses Jahr so gut wie noch nie.
- Mein neuestes Buch “Bienen halten in der Stadt” ist zum Druck freigegeben und erscheint am 28. August.
- Der neue Geschäftsbereich “Biotop-Management” läuft gut an.
In unserer Imkerei ist eben immer viel los. Es könnte manchmal aber ruhig etwas weniger sein.
Kategorie Allgemein | 1 Kommentar »
25. Mai 2010
Auf einer Obstplantage entdecken wir diesen zum Bienenwanderwagen umgebauten Wohnwagen. Wir treffen auch den Imker, der berichtet, dass er dieses Jahr seinen alten Bienenwagen aus DDR-Zeiten abgewrackt hat. Es sei immer so schwierig gewesen, den Transport zu organisieren. Die Bienenwagen brauchen dafür nämlich ein Fahrzeug mit Maulkupplung. Diese haben nur LKW und Schlepper. Wer hat als Hobbyimker schon solche Fahrzeuge in der Garage stehen?
Da kam ihm die Idee mit dem Wohnwagen. Den kann er an seinen PKW hängen. Er hat hinten und vorne großen Fenster, durch die die Bienen ein- und ausfliegen können. 16 Normbeuten bringt er darin unter und dazwischen hat er einen Tisch und seine lackierte Weißblechschleuder angebracht. So kann er wie im Bienenwagen gleich nach der Ernte den Honig schleudern.

Im Campingwagen wohnen Bienen. Sie fliegen durchs Fenster ein. Der Imker benutzt die Türe. So kommen sie sich nicht in die Quere.
Kategorie Wandern | 0 Kommentare »
24. Mai 2010
In der Auguststraße in Berlin-Mitte, gleich neben der rückwärtigen Einfahrt des ehemaligen Postfuhramts an der Oranienburger Straße fangen wir einen kleinen Bienenschwarm ein. Er hat sich an einem Spielplatz um den Stamm eines Lindenbaums gewickelt. Solche Schwärme sind immer schwieriger zu fangen als die Asthänger.
Dann versagt auch noch meine Wasserspritze. Ich nehme einen Schluck Wasser aus dem Tank der Spritze in den Mund und puste den Schwarm an. Das geht ganz prima. Das Schauspiel wird von Touristen und Anwohnern gefilmt. Mich bewegt mehr die Frage, wo die Bienen herkommen. Die Gegend ist sehr städtisch und dicht bebaut. Wahrscheinlich wohnen die Bienen in der Nähe auf einem Balkon oder einer Dachterrasse. Vielleicht sind es auch die “Verlagsbienen”, die rund 2 Kilometer entfernt stehen. Das sind die Bienen, über deren Wohl und Wehe das Deutsche Bienenjournal uns monatlich informiert.
Kategorie Bienengesundheit, Standort Berlin | 4 Kommentare »
22. Mai 2010
Ziemlich genau 3 Wochen später als im vergangenen Jahr haben wir heute mit der Nachzucht von Königinnen begonnen. Die meisten Kollegen aus dem Imkerverein Köpenick waren schon 10 Tage früher dran und fürchten nun das anhaltend schlechte Wetter, das keinen guten Begattungserfolg erwarten lässt.
Dieses Jahr sind uns schon 3 Völker mit Königin drohnenbrütig geworden, weil die nur noch unbefruchtete Eier legen. Das wiederholt sich hoffentlich nicht wieder- Leider weiß man ja nie, wie das Wetter beim Begattungsflug sein wird, wenn wir eine Serie ansetzen.
Kategorie Wetter, Zucht | 0 Kommentare »
21. Mai 2010
Der Schlosser unseres Vertrauens hat seinen Betrieb mitten im Kreuzberg, genauer in SO 36. Zu seiner eigenen Freude kam ihm die Idee, auf dem Betriebsgelände 2 Bienenvölker aufzustellen. Er hat dort nämlich einige Obstbäume angepflanzt und wünscht sich mehr Kirschen und Pflaumen.
Für so einen Einsatz verlangen wir normalerweise 50 €/Volk für die Obstsaison. Weil er aber auch mal nach Feierabend kommt, um Notreparaturen an wichtigen imkerlichen Geräten durchzuführen, überließen wir ihm 2 Völker ohne Bezahlung.
Heute berichtet er, wie toll die Bienen für die Mitarbeitermotivation seien. Seine Gesellen und Lehrlinge haben ihre Pausenbank gegenüber dem Bienenstand aufgestellt und genießen es, anderen bei der Arbeit zuzuschauen.

Zwischen Trägern, Gittern und Baumaterial haben 2 unserer Bienenvölker eine vorübergehende Heimat in Berlin-Kreuzberg gefunden.
Kategorie Lieferanten, Standort Berlin | 0 Kommentare »
20. Mai 2010
Dieses Jahr kommt es für uns Imker wirklich ganz heftig: Schlechte Auswinterung und mieses Wetter und damit zusammenhängend schlechte Begattungsergebnisse und eine nicht existente Frühtracht. Und dann berichtet auch noch unser Vorsitzender bei der heutigen Imkervereinssitzung von seinen phänologischen Beobachtungen die Robinie betreffend: Erfroren!
Bodenfröste hatten wir in früheren Jahren auch schon. Dann blühten die Akazien eben erst in 4 bis 5 Metern Höhe. Doch er meinte, dass es noch schlimmer sei. An Pfingsten fahren wir mal an unseren Wanderstandort und bilden uns selbst ein Urteil.
Kategorie Honig, Standort Berlin, Verein&Verband | 0 Kommentare »