17. Juni 2011
Nachdem ich vor 2 Jahren meine Bienen noch alle glücklich 30 bis 50 cm über dem Erdboden stehen hatte, befinden sich nun immer mehr Völker in schwindelnder Höhe. Dazu drücke ich im Aufzug auf den Knopf mit der 7 oder 11 und schon geht es zu meinen Bienen auf’s Dach. Das Westin Grand Hotel in der Behrensstraße hatte den Anfang gemacht. Das weckte bei anderen Hoteldirektoren Begehrlichkeiten und so sind wir binnen eines Sommers zum Hoteldachimker geworden.
Wer nun meint, die Dächer seien öde Teerpappe- oder Kieswüsten, der irrt gewaltig. Das gibt es, doch das mit Abstand schönste Dach hat ein 5-Sterne-Haus am Potsdamer Platz. Das Dach ist komplett mit Buchsbaumhecken und Lavendelsträuchern bewachsen. Zwischen den Beeten schlängeln sich Wege aus weißen Marmorkieseln. Der Grund für diese Pracht: Über diesem Dach gibt es noch einen Aufbau, in dem die Suiten liegen. Wer dort zum Fenster rausschaut, der sieht über Lavendelfelder in den Tiergarten. Diese prächtige Aussicht genießen nun auch meine Bienen, wenn sie aus ihrem Flugloch krabbeln.

Nie wieder Froschperspektive! Einige meiner Bienenvölker blicken jetzt zwischen Lavendelbüschen auf die Stadt herab. Auf den Honig von dort oben sind wir schon sehr gespannt.
Kategorie Standort Berlin | 0 Kommentare »
16. Juni 2011
“Summ, Summ, Summ. Warum die Beinen so wichtig für uns sind”. Das ist das Titelthema der aktuellen Ausgabe des Greenpeace-Magazins. Beschrieben wird die Bioland-Imkerei von Helga und Albrecht Pausch. In einem weiteren Beitrag speziell zur Stadtimkerei wird unser Imkerkurs beschrieben.
Kategorie Standort Berlin | 0 Kommentare »
14. Juni 2011
Das ganze Jahr bereiten wir uns auf die Saison vor. Wir bauen Rähmchen, löten Mittelwände ein, schrauben Zargen zusammen und legen uns einen Vorrat an Gläsern an. Und dann plötzlich kommt die Saison und wie ein Tornado saugt sie 1.000 Mittelwände auf, füllt alle Zargen und endet schließlich in schlimmer Materialnot. Irgendwie wird immer alles gleichzeitig gebraucht.
Andere Nöte kommen dazu: Wenig Schlaf und so viel Hektik, dass man weder zum richtig Atemholen noch zum Bloggen kommt. Ansonsten hatte 2011 bisher seine Besonderheiten. Wir haben den Raps nach der Robinie geschleudert. Wir haben keinen Schwarm eingefangen und der Schwarmtrieb war überhaupt nach der Robinie schon vorbei.
Inzwischen sind die meisten Völker wieder in Berlin zur Lindentracht und wir kommen hoffentlich bald wieder dazu, mehr für den Blog zu schreiben.
Kategorie Allgemein | 0 Kommentare »
3. Juni 2011
Bisher hatten wir einen Radius von rund 250 Kilometern rund um Berlin. Dieses Jahr wagen wir den großen Sprung: Über 600 km in die Pfalz. Wir haben einen Standplatz 25 km nordwestlich von Mannheim ergattert und wollen das Mal probieren. Die ganze Wanderung ist ein riesiger Aufwand, weil die Bienen noch am Rande des Oderbruchs in der Akazie stehen. Dort werden sie erst abgeerntet, dann aufgeladen und in die Pfalz gebracht. Um die Mittagszeit kommen wir an. Der Förster erwartet uns bereits an einer Tankstelle und schaut unseren Fiat Doblo mit großen Augen an. “Damit wollen Sie auf den Berg”, fragt er. Ich nicke. “In Berlin ist es wohl eher flach”, meint der Mann noch und schüttelt den Kopf.
Bald merken wir weshalb, denn unser Wagen schafft schon die erste Steigung nicht. Erst als wir 6 Bienenvölker abladen, geht es. Die holen wir dann nach, bauen unseren Stand auf und fahren wieder nach Berlin zurück.
Kategorie Honig, Wandern | 0 Kommentare »
1. Juni 2011
Die meiste Zeit halten wir uns ja in Berlin auf. Da ist unser Betrieb, da sind unsere Kunden und da sind auch unsere Bienen. Nur während der Saison sind diese auch mal in Brandenburg. Das ist das Land, das die Insel Berlin wie ein Meer umschließt. So wie auf dem Meer die Stürme brausen, brausen die Brandenburger durch ihre Alleen. Dabei kann man Sachen sehen, die gibt es in Berlin gar nicht mehr.
Heute überholt mich ein Kleinwagen mit Spremberger Kennzeichen und DDR-Anhänger, Bauart “Klaufix”. Darauf steht eine Weißblechschleuder und daneben ist jeder freie Platz mit Milchkannen der VEB Bienenwirtschaft Meißen gefüllt.
Kategorie Honig, Wandern | 0 Kommentare »
3. Mai 2011
Bisher haben wir mit einem ganz primitiven Dampfwachsschmelzer gearbeitet. Er bestand aus einer Art Zarge, in die die auszuschmelzenden Waben gehängt wurden. Darauf stand ein Tapetenablöser als Dampfgenerator. Unter der Zarge war ein Gitter und ein schräges Blech, das sich zu einer Rinne verjüngte. Das reichte über 10 Jahre lang, bis sich mein Nachbar beschwerte, dass es aus meiner Werkstatt immer so gekocht rieche und der Geruch zu ihm in seine daran angebaute Garage ziehe.
Das Ergebnis ist, dass wir uns nun einen richtigen Dampfwachsschmelzer für rund 20 Waben gekauft haben, der auch draußen betrieben werden kann. Er heizt mit Gas oder mit Elektrizität. Ich habe die Elektrovariante gewählt. Leider gibt es keinen richtigen Anschluss für den Dampfgenerator. Daher musste ich doch etwas mit Klebeband basteln.

Zum Dampfwachsschmelzer wird ein putziges kleines Schüsselchen geliefert. Wir gewinnen Wachs aber lieber eimerweise.
Kategorie Wachs | 1 Kommentar »
2. Mai 2011
Meinen Imkerschülern habe ich deutlich gemacht, dass Schwärmen keine Krankheit ist, sondern ein natürlicher Vorgang. Ein guter Schutz vor frühen Schwärmen ist der Einsatz junger Königinnen. Das zeige ich meinen Imkerschülern an 2 Beispielen.
Volk 1 hat eine 2jährige, d.h. grüne Königin. Die Erweiterungszarge ist noch nicht richtig ausgebaut. Es hat hat reichlich Platz, den es gar nicht ausfüllt. Trotzdem ist es bereits in Schwarmstimmung.
Volk 2 hat eine 1jährige Königin und sitzt viel zu eng. Es hat den Unterboden bereits vollgebaut. Aus allen Gassen quellen die Bienen. Trotzdem ist kein Anzeichen von Schwarmstimmung zu sehen.

Kein Platz? Diese Bienen haben sich welchen geschaffen. In der Bio-Imkerei sollen Bienen viel frei bauen. Im hohen Boden ohne Bausperre können sie es.
Kategorie Bienengesundheit, Bio-Zertifizierung, Wachs | 1 Kommentar »
2. Mai 2011
Unseren Imkerschülern haben wir ganz zu Anfang des Kurses verschieden Beutensysteme gezeigt. Aber natürlich lehren wir sie das Imkern an Magazinbeuten, genauer: Hohenheimer Einfachbeuten (Liebig-Beute). In den 4 Kursen dieses Wochenendes behandelte ich das “Magische Viereck” des Schwärmens und die daran anknüpfenden Maßnahmen zur Schwarmverhinderung.
Nachher kam eine Schülerin und meinte, sie habe mit der Bienenkiste beginnen wollen. Doch die sei schon ausverkauft gewesen. Nun sehe sie aber, dass Magazine viel praktischer seien. Ähnlich äußert sich eine andere Anfängerin. Fst wortgleich berichtet sie, dass sie mit der Warré-Beute beginnen wollte.
Lässt man mal alles werbliche Wortgeklingel rund um die verschiedenen Beuten weg, kann wohl festgehalten werden: Mit dem Magazin ist man am flexibelsten. Man braucht keine Rähmchen oder Mittelwände nutzen, wenn man es nicht will. Man muss auch keine Schwarmverhinderung machen oder einzelne Trachten ernten – aber man kann es. Bei Warré und Bienenkiste kann man es aber bauartbedingt nicht oder zumindest nicht so einfach wie beim Magazin!
Kategorie Verein&Verband | 2 Kommentare »
30. April 2011
Langsam fängt nun auch der Raps zu blühen an. Heute unternehmen wir daher eine Wanderung ins nahe Berliner Umland. Als Bioland-Imker dürfen wir die Völker nicht direkt an den Feldrand stellen, sondern müssen einen deutlichen Abstand halten. Wir stellen die Völker daher in einen Wald, der an ein Rapsfeld grenzt. Damit sind die Völker auch vor neugierigen Blicken geschützt. Außerdem sind sie gegen Diebstahl gesichert. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, habe ich ja ausführlich in der ADIZ und im Bienenjournal beschrieben.
Kategorie Bio-Zertifizierung, Honig, Wandern | 0 Kommentare »
27. April 2011
Inzwischen haben wir einige Händlervorbestellungen aus Berlin und anderswo, die unbedingt unseren Bärlauchhonig mit ins Programm nehmen möchten. Also brechen wir heute mit unseren kleinen Köpenicker/Hellersdorfer Wandergemeinschaft nach Leipzig auf.
Die letztjährigen mickrige Ernte von 7 Völkern hat sich bei uns beiden Imkern sehr schleppend verkauft. “Bärlauch” und “Honig” das bekamen die Kunden irgendwie nicht zusammen. Wir haben das Produkt dann umbenannt in “Auenwald-Honig” bzw. “Waldkräuterhonig” und plötzlich flutschte der Absatz.

Mit der Jackel-Karre kommen wir sehr gut zurecht. Sie ist leicht und schmal.
Kategorie Honig | 0 Kommentare »
26. April 2011
Unter diesem Titel berichtet Spiegelonline über die Stadtimkerei und den Kurs vom vergangenen Sonntag. Hier ist der Link.
Kategorie Standort Berlin | 0 Kommentare »
21. April 2011
Kaum startet mit Urgewalt das Frühjahr, stellen sich viele Menschen die berechtigte Frage: “Wie geht es den Bienen?” Nicht nur unsere Kunden in Berlin wollen das wissen, sondern auch die Menschen “draußen” im Land. Denen bringt die Presse die gute Botschaft, dass es den Bienen heuer ganz prächtig geht. Wie gut für die Medien, dass es Imker in Berlin gibt, die gerne Auskunft erteilen. So gaben sich in dieser Karwoche die Kollegen von Printmedien und Fernsehen regelrecht die Klinke in die Hand, um aus unserer Imkerei zu berichten.

Sind nur schlechte Nachrichten guten Nachrichten? Unsinn! Beim Imker gibt's gute Nachrichten und schöne Frühlingsbilder.
Kategorie Bienengesundheit, Standort Berlin | 0 Kommentare »
15. April 2011
Heute beginnt unser erster Imkerkurs. Weil es so viele Anmeldungen für die 3 parallel laufenden Kurse gab, haben wir uns entschlossen, noch einen zusätzlichen 4. Kurs am Freitagabend anzubieten. Er war innerhalb einer Woche ausgebucht. Nun bilden wir dieses Jahr insgesamt 60 Jungimker aus. Bei 600 Imkern, die über die Vereine im Imkerverband Berlin organisiert sind, ist das eine ganz schön große Menge. Am heutigen Freitag haben wir 3 Männer und 12 Frauen im Kurs. Auch das ist sehr ungewöhnlich, weil trotz eines steigenden Frauenanteils immer noch die Männer die Mehrheit bei den Imkern bilden.
Kategorie Standort Berlin, Verein&Verband | 2 Kommentare »
13. April 2011
Heute kommen 3 Pakete aus Oxford an. Die Firma Omlet sendet uns ein Beehaus, eine Komplettlösung für die stadtimkerliche Bienenhaltung. Es ist so ziemlich in allem das Gegenteil der Bienenkiste und überzeugt auf Anhieb. In den 3 Paketen ist alles, was für die Imkerei notwendig ist: eine Trogbeute, gedrahtete Mittelwände, Rähmchen in Teilen, Absperrgitter u.s.w. Sogar 4 Gläser für den ersten eigenen Honig fehlen nicht. Es gibt ein reich bebildertes Einführungsbuch in die Imkerei und es wird an vielen Stellen auf Bienenerkrankungen hingewiesen.
Nach Auskunft des Herstellers haben wir das erste Beehaus in Deutschland erworben. In England gebe es 1.000 Beehaus-Imker. Besonders gefällt mir, dass die Beute auch Platz für einen Ableger hat, der zur anderen Seite rausfliegt. Dazwischen ist ein Trennschied. Das wird im Frühjahr einfach gezogen, wenn die Völker vereinigt werden sollen. So wird ein altes Volk ganz einfach verjüngt. Für uns als Bioimker ist das Beehaus – da aus Kunststoff - natürlich nichts, doch für so manchen Stadtimker ist es sicher die richtige Lösung. Das Beehaus ist vom Design her sehr ansprechend, sieht man mal von dem violett unseres Beehauses ab.

Beehaus mit vier aufgesetzten Honigräumen. Es können auch kleinere Trachten mit nur einem oder zwei Honigräumen genutzt werden.

In einem Buch mit Stockkarten kann die Entwicklung des Bienenvolks genau notiert werden.
Kategorie Bienengesundheit, Standort Berlin | 0 Kommentare »
9. April 2011
Honig wird immer knapper. Das meldet der Norevo Honigticker. In China sei Ware in EU-Qualität ausverkauft. Ein Grund: Die Chinesen kommen mit steigendem Wohlstand auf den Geschmack und werden immer weniger Honig exportieren. Zwar fl0ß in der gerade abgeschlossenen argentinischer Honigsaison mehr Honig als im Vorjahr, doch Trockenheit sorgte dafür, dass die Mengen knapp blieben. Außerdem wird zunehmend Weide- in Ackerland umgebrochen. Futtermais und Soja sind für Bienen aber wertlos. Die Honigernte in Brasilien war unterdurchschnittlich. In Mittelamerika waren die Ernten nur in Cuba überdurchschnittlich gut. In Mexiko hingegen desaströs. Auch Ozeanien meldet schlechte Ergebnisse.
Auf der Nordhalbkugel (da sind wir!) steht die Ernte erst noch bevor. Generell legen die Zahlen aber nahe, dass das Preisniveau für Honig eher steigen wird.
Kategorie Honig, Vermarktung | 0 Kommentare »